Zahnsanierungen: nicht einfach nur Zahnstein entfernen!

 

Eine Zahnsanierung umfasst mehrere wesentliche Bestandteile an  Diagnostik und Therapie der Zähne von Hund und Katze.

In den wenigsten Fällen geht es darum Zahnstein zu entfernen, da wir mit Hilfe der richtigen Diagnostik Zahnpatholigien erkennen, die in der klnischen Untersuchung verborgen bleiben.

Unsere Haustiere können Zahnschmerzen nicht symptomatisch zeigen, dass heißt sie sind auf unsere Fähigkeiten angewiesen, um von den täglich Zahnscherzen durch Paradontitis oder Resorptive Läsionen befreit zu werden. Dass der Hund oder die Katze "noch frisst" ist kein Kriterium für Zahngesundheit.

 

Die essentiellen Bausteine der Zahnsanierung:

 

Die Inhalationsnarkose ist bei einer Zahnbehandlung zwingend erforderlich, da Zahnstreinentfernung und Zahnextraktionen mit Geräten erfolgen, die einen Wasserstrahl zur Kühlung nutzen. Dieses Wasser könnte ohne Intubation in den Hals des Patienten laufen und eine Lungenentzündung verursachen. Die genaue Steuerung der Inhalationsnarkose ist ebenfalls enorm wichtig, da ein Eingriff bis zu 3 Stunden dauern kann und die Narkose möglichst schonend für das Herz-Kreislaufsystem sein sollte und jederzeit die Möglichkeit zur Beendigung  gegeben sein muss.

Unsere Zahnpatienten haben oft ein hohes Alter erreicht, hier zählt jedoch der Vorsatz Alter ist keine Krankheit! 

Mit der richtigen Narkoseart und deren Überwachung (Wärmezufur, Infusion, Pulskontrolle und Sauerstoffsättigung) stellt das Alter keine Hürde dar. Auch unsere Senioren haben ein Recht darauf ohne Zahnschmerzen leben zu dürfen. Hier erleben wir leider häufig, dass Zahnbehandlungen abgelehnt werden, weil sie sich "nicht mehr lohnen". Wir denken jedoch, dass jeder Tag ohne Zahnschmerzen den Aufwand Wert ist. 

Das Dentalröntgen ist notwendig, um alle schmerzhaften Prozesse zu sehen und danach behandeln zu können. Hinter 30-40% der klinisch gesund aussehenden Zähne verstecken sich Paradontitis, defekte am Kieferknochen oder den Zahnwurzeln, die ohne eine Röntgenaufnahme nicht gefunden werden können. Bei Hund und Katze ist also ein Full Mouth Dental Röntgen  immer angeraten. Auch nach der Extraktion sollten Kontrollbilder gemacht werden, da übrig gebliebene Wurzelspitzen weiterhin für Entzündung und Schmerzen sorgen. 

Die offene Extraktion mit Hilfe einer dentalen Bohreinheit ist die einzige Möglichkeit die fragilen Wurzeln sicher und vollständig aus ihrere Halterung zu entfernen. Der Zahn wird in seine einzelnen Wurzeln aufgetrennt und jede einzeln aus dem Kiefer freigelegt. Die Wunden werden danach mit der Maulschleimhaut vernäht. Die Fäden lösen sich nach ca. 2 Wochen auf, in dieser Zeit der Heilung geben Sie ihrem Tier nur weiches Futter und die nötigen Medikamente, damit es danach für lange Zeit  schmerzfrei sein wird.  

 

Damit Hunde und Katzen also keine chronischen Zahnschmerzen erleiden müssen, sehen wir uns ihre Zähne bei jeder Untersuchung an und weisen Sie bei Problemen direkt darauf hin.